Die Werkstattschule Kirchensittenbach

Eine ganze Schule als Lernwerkstatt? Wie soll das denn funktionieren?Schulleiterin Mages

Schulleitung und Kollegium der Grundschule Kirchensittenbach haben sich dieser Frage gestellt und ihr Schulkonzept komplett überarbeitet. Weil Lernen ein individueller Prozess ist, der ganz unterschiedlichen Bedingungen unterliegt, haben die Lehrerinnen sich entschlossen, dem "Belehren" ade zu sagen und dem "Lernen" Raum zu geben. Sie haben dies sehr besonnen eingeleitet. Der erste große Meilenstein in dieser Entwicklung ist geschafft: Jedes Klassenzimmer ist eine Werkstatt - für Mathe, fürs Schreiben, fürs Entdecken der Zusammenhänge in der Welt (HSU), für Sprache. Der Unterricht wird an zwei Tagen für jeweils zwei Stunden offen gestaltet und die Kinder können über die Jahrgangsstufen hinweg ihre Lernarbeit selber gestalten.Noch helfen Lernpläne, die Arbeit zu strukturieren, aber es ist ein Ziel der Schule, das Lernen ganz in die Hand der Kinder zu legen. Damit verändert sich die Rolle der Lehrerinnen sehr stark: Sie begleiten das Lernen, sind Coach für die einzelnen Kinder, Helferinnen, Beraterinnen - aber nicht mehr "Belehrerinnen". Und die Visionen reichen weiter: Eines Tages kann es an der Schule ein umfassendes Konzept geben, nach dem die Kinder die Kompetenzen, die der Lehrplan für die Grundschule fordert, ganz im Werkstattlernen erwerben, üben und vertiefen. Das ist dann die Hochform schulischen Lernens. Die Schule ist zu diesem Ziel zügig unterwegs.

Wenn eine ganze Schule eine so tief greifende Innovation realisiert, braucht sie starke Partner. Kirchensittenbach hat sie gefunden in der Hermann-Gutmnann-Stiftung, die die Wrkstattschule mit 14.000 Euro unterstützt. Auch die Sparkasse ist dabei. Was das Unternehmen natürlich noch abrundet, ist die Tatsache, dass die Gemeinde und die Elternschaft dahinter stehen und sich mit den Lehrerinnen über das neue Lernen freuen. Bürgermeister Albrecht ist zurecht stolz auf "seine" Schule.